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16.01.2024|Tyrolit Group

Diamant mit Diamant bearbeiten

Tyrolit besteht seit 1919 und hat seinen Stammsitz im österreichischen Schwaz. Weltweit beschäftigt das Familienunternehmen über 4.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 31 Produktionsstandorten in elf Ländern. 

Tyrolit
Automatisierte All-in-one-Bearbeitung für höchste Genauigkeiten < 10 μm.

Als einer der führenden Hersteller von gebundenen Schleif- und Abrichtwerkzeugen für unterschiedlichste produzierende Industrien sowie Systemlösungen für die Bauindustrie hat Tyrolit 80.000 unterschiedliche und oftmals maßgeschneiderte Produkte für individuelle Anforderungen im Portfolio. Im Werk in Schwaz fertigt das Unternehmen unterschiedlichste diamantbesetzte Schleifwerkzeuge, die in einer Vielzahl an Industrien, unter anderem im Automobilbau, eingesetzt werden. Um die hohe Qualität der Werkzeuge zu gewährleisten, vertraut Tyrolit in der eigenen Fertigung seit vielen Jahren auf modernste Werkzeugmaschinentechnologie von DMG MORI. Allein in Schwaz sind fünf Drehmaschinen, Drehfräszentren und Bearbeitungszentren im Einsatz. Das Highlight ist eine 2020 installierte DMC 80 FD duoBLOCK, in der auch das Schleifen integriert ist. Ein Rundpalettenspeicher mit sieben Plätzen automatisiert die Fertigung.

Florian Zitt
Florian Zitt, Process Engineering, Tyrolit Group

Durch die Prozessintegration von Fräsen, Drehen und Schleifen sind zum einen die Durchlaufzeiten drastisch gesunken, zum anderen erreichen wir jetzt Genauigkeiten am Bauteil von unter 10 μm.

Florian Zitt, Process Engineering, Tyrolit Group

100 Mitarbeiter für die Neu- und Weiterentwicklung 

Tyrolit Polaris Plus LW: Schleifscheiben-Grundkörper in Leichtbauausführung.
Tyrolit Polaris Plus LW: Schleifscheiben-Grundkörper in Leichtbauausführung.

Eine hohe Innovationskraft hat bei Tyrolit seit langer Zeit oberste Priorität. „Nur so können wir die steigenden Anforderungen unserer Kunden nachhaltig erfüllen“, erklärt Florian Zitt, bei Tyrolit verantwortlich für Process Engineering. Für die technologische Weiterentwicklung sind im Unternehmen über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuständig, die intensiv mit Forschungseinrichtungen und Universitäten kooperieren. Die Zahlen sprechen hier eine deutliche Sprache: 30 Prozent des Erlöses werden mit Produkten erzielt, die weniger als drei Jahre am Markt sind.

Entwicklungspartner bei der Prozessintegration 

Das innovative Denken schlägt sich auch in der eigenen Fertigung nieder. „Weil wir auf diese Weise auch modernste Produkte wirtschaftlich herstellen können“, so Florian Zitt. Mit Blick auf die begrenzten räumlichen Verhältnisse seien Fertigungslösungen gefragt, die möglichst viele Bearbeitungsschritte in einem Arbeitsraum integrieren. „In DMG MORI haben wir einen Partner gefunden, mit dem wir diese Möglichkeiten konsequent weiterentwickeln.“ Er verweist damit auf die Integration des Schleifens in einer DMC 80 FD duoBLOCK. Bei der Entwicklung dieser Lösung haben beide Unternehmen kooperiert. Seit 2020 ist sie bereits erfolgreich im Einsatz. „Die Zusammenlegung von drei Bearbeitungsprozessen in einem Arbeitsraum spart zum einen viel Platz, weil wir mit dem Bear-beitungszentrum drei Maschinen ersetzen konnten“, beschreibt Florian Zitt die räumlichen Verhältnisse. Zum anderen sind die Durchlaufzeiten drastisch gesunken, da Umspannvorgänge und Liegezeiten der Vergangenheit angehören. „Dass wir nicht mehr manuell umspannen müssen, wirkt sich darüber hinaus auch erheblich auf die Genauigkeiten aus“, verweist Florian Zitt auf die μmgenaue Fertigung der Schleifscheiben, die selbstverständlich mit den diamantbesetzten Schleifwerkzeugen aus dem eigenen Portfolio bearbeitet werden. „Die enorme Haltbarkeit dieser Produkte trägt maßgeblich zu einer wirtschaftlichen und auch nachhaltigen Produktion bei.“

Motivation dank verantwortungsvoller Tätigkeit 

Florian Zitt sieht in der fortschrittlichen Technologieintegration einen weiteren Vorteil: „Früher waren Fräsen, Drehen und Schleifen sehr unterschiedliche Disziplinen. Heute wachsen diese Berufe zusammen zu einer noch verantwortungsvolleren Tätigkeit.“ Dies trage entscheidend zur Motivation bei. „Ich würde heute auch nicht mehr von Maschinenbedienern sprechen, sondern von Maschinenmanagern, weil wir es hier mit absolutem Hightech zu tun haben.“ Vor allem den Nachwuchs reizt die Arbeit mit den modernen Technologien, was Tyrolit in der Ausbildung zugutekommt. „Unser Ziel ist natürlich auch, die Lehrlinge langfristig zu halten“, sagt Florian Zitt.

Automatisierte Fertigung in mannarmen Schichten 

Die Integration des Schleifens auf der DMC 80 FD duoBLOCK war für Tyrolit eine von zwei Neuerungen. Die andere ist die automatisierte Fertigung. Das Bearbeitungszentrum ist mit einem Rundpalettenspeicher für sieben Paletten ausgerüstet, sodass über weite Strecken eine autonome Fertigung der Einzelteile möglich ist.
Mithilfe elektrischer Spannvorrichtungen soll der Automationsgrad künftig noch intensiver ausgebaut werden. Für Florian Zitt ist klar, dass flexible Automationslösungen auch in Zukunft ein Anschaffungskriterium sein werden: „Mit ihnen können wir unsere Kapazitäten in der Fertigung kleiner Losgrößen auch in mannlosen Schichten steigern.“ Am Standort Schwaz liegen die Losgrößen bei durchschnittlich drei Stück.

Digitalisierung in der Werkzeugverwaltung 

Neben der Technologieintegration und Automationslösungen wird Tyrolit auch die Digitalisierung weiter vorantreiben. So wurde bereits eine digitale Werkzeugverwaltung umgesetzt. „Jedes Werkzeug wird vor der Vermessung eingelesen und automatisch angefragt, wenn die Standzeiten der Werkzeuge auf den Maschinen nachlassen“, beschreibt Florian Zitt den Ablauf. Die Standzeitkontrolle erfolgt automatisch auf der Maschine. „Damit erzielen wir eine prozesssichere Fertigung, weil wir die Werkzeuge rechtzeitig austauschen.“

Kundenorientierte Produktentwicklung

Mit den innovativen Fertigungslösungen ist Tyrolit in der Lage, ebenso innovative Werkzeuge herzustellen. Diese werden mit den Anforderungen der Kunden immer komplexer, weil beispielsweise die Kühlmittelzuführung bestmöglich umgesetzt werden muss. „Die Centuria SM-G Schleifscheiben verfügen beispielsweise über eine patentierte Kühlschmiermittelzuführung über zahlreichen Bohrungen direkt an die Diamantschicht“, schildert Florian Zitt den Aufbau. Auch Leichtbauvarianten seien ein immer wichtigeres Thema: „Die Grundkörper unserer Polaris-Plus-LW-Werkzeuge haben Hohlräume. Auch Kohlefaserwerkzeuge haben wir im Sortiment.“ Das anhaltende Wachstum möchte Tyrolit mit solchen Entwicklungen fortsetzen. „Mittelfristig liegt das Umsatzziel der gesamten Gruppe bei einer Milliarde Euro“, schaut Florian Zitt nach vorn. „Das heißt auch, dass wir weiterhin in zukunftsorientierte Fertigungslösungen wie die von DMG MORI investieren werden.“


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