15.10.2025|Energy

Ohne Werkzeugmaschinen keine Energiewende

Der Werkzeugmaschinenbau und die Energiebranche sind seit jeher eng miteinander verbunden. Ohne präzise gefertigte Komponenten gäbe es keine leistungsfähigen Turbinen für Wasserkraftwerke, keine riesigen Naben für Offshore-Windkraftanlagen, keine hochbelastbaren Ventilgehäuse für Öl- und Gasprojekte – und ebenso wenig großflächige Photovoltaikparks mit hochpräzisen Trägersystemen und Halterungen. Werkzeugmaschinen sind das Rückgrat dieser Schlüsselindustrie: Sie ermöglichen, dass große, komplexe und schwer zerspanbare Bauteile überhaupt in der erforderlichen Qualität hergestellt werden können. Die Energiebranche bestimmt somit maßgeblich, welche Technologien im Werkzeugmaschinenbau entwickelt und eingesetzt werden – und umgekehrt schafft die Innovationskraft des Maschinenbaus erst die Grundlage für den Ausbau und die Transformation der Energieversorgung.

Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien

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Innovationen für die Energie von morgen: Lösungen für die Energiewirtschaft

Der Energiesektor selbst befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Während fossile Energieträger nach wie vor einen relevanten Teil der weltweiten Versorgung abdecken, gewinnen erneuerbare Quellen kontinuierlich an Gewicht. In der Europäischen Union lag der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch laut Eurostat 2023 bereits bei 24,5 Prozent. Besonders dynamisch wächst der Bereich Offshore-Wind: Weltweit sind inzwischen über 68 GW an Kapazität installiert. Eine moderate Prognose des NREL Offshore Wind Market Reports sieht den Markt bis 2030 auf über 270 GW anwachsen. Die Solarenergie bildet mittlerweile die stärkste Einzeltechnologie: Allein 2023 wurden weltweit über 440 GW an Photovoltaik-Leistung neu installiert – ein Rekordwert, der den Zubau der Vorjahre deutlich übertrifft (IRENA Renewable Capacity Statistics, 2024). Auch in Europa spielt Solar eine zentrale Rolle – die EU Solar Energy Strategy erklärt das Ziel, bis 2030 rund 750 GW Photovoltaik zu erreichen. Gleichzeitig entstehen Modernisierungswellen in der Wasserkraft, wo bestehende Anlagen durch neue Turbinen und effizientere Komponenten aufgerüstet werden.

Steigende Anforderungen in der Fertigung

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Die Energiebranche erlebt einen starken Wandel hin zu erneuerbaren Energien wie der Windkraft.

Diese Verschiebungen verändern die Anforderungen an den Werkzeugmaschinenbau fundamental: Sie führen zu immer größeren Bauteilen, steigenden Ansprüchen an Materialgüte und Oberflächenqualität, höherer Komplexität in der Geometrie sowie zu einem wachsenden Druck in puncto Flexibilität, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Während Öl und Gas noch immer eine zentrale Rolle spielen, verlagert sich der Investitionsschwerpunkt zunehmend in erneuerbare Energien wie Wind, Wasser und Solar. Besonders die Solarenergie ist für den Werkzeugmaschinenbau insofern relevant, als dass für Trägerstrukturen, Montagesysteme und Nachführungen robuste, präzise und kostengünstig hergestellte Metallkomponenten erforderlich sind. Diese müssen einerseits langlebig sein, andererseits sind sie in großen Stückzahlen erforderlich. Gleichzeitig steigt die geometrische Komplexität in anderen Bereichen der Branche: So erfordern Schaufelräder in Wasserkraftwerken hochpräzise Freiformflächenbearbeitung im 5-Achs-Simultanverfahren, während Verzahnungskomponenten in Windkraftgetrieben absolute Genauigkeit in Profiltreue und Flankenkontakt voraussetzen. Diese Teile stellen höchste Anforderungen an Maschinensteifigkeit, Werkzeugqualität und Prozessüberwachung, um die geforderten Standzeiten und Wirkungsgrade der Anlagen zuverlässig zu erreichen.

Integrierte Prozesse, Automation und durchgängige Digitalisierung

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Im Bau von Windkraftanlagen werden große Präzisionskomponenten benötigt, beispielsweise Flügelradnaben.

Für die Zerspanung bedeutet das: Die steigenden Anforderungen an Größe, Werkstoff und Komplexität schlagen sich unmittelbar in den eingesetzten Fertigungstechnologien nieder. Dreh-Fräszentren bearbeiten große Wellen in einer Aufspannung, wodurch Rüstzeiten reduziert und gleichbleibende Qualitäten gewährleistet werden. 5-Achs-Simultanbearbeitungszentren sind unverzichtbar, weil auch sie Bauteile mit anspruchsvollen Geometrien effizient komplettbearbeiten. Auch das Verzahnungsfräsen lässt sich in solchen Maschinen sinnvoll integrieren, was den Einsatz zusätzlicher Fertigungsschritte auf weiteren Maschinen eliminiert und Durchlaufzeiten drastisch reduziert. Digitale Lösungen optimieren währenddessen die Auftragsplanung und das Monitoring der Fertigungsprozesse. So lassen sich Stillstände vermeiden und die Produktion perfekt auslasten. Insgesamt zeigt sich: Je stärker die Energiewende voranschreitet, desto mehr verschiebt sich der Schwerpunkt in Richtung hochintegrierter, prozesssicherer und digital unterstützter Zerspanungslösungen. Zukunftsfähig sind vor allem die Unternehmen, die auf eine technologisch vielseitige Fertigung setzen und diese mit Automatisierung sowie Digitalisierung verbinden.

Partner für eine Branche im Wandel

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Peltonradschaufeln sind im Bereich Wasserkraft typische Bauteile mit komplexen Geometrien

Mit dem Ziel, möglichst viele Prozessschritte in einen Arbeitsraum zu verlagern, die Fertigung flexibel zu automatisieren und Abläufe durchgängig zu digitalisieren, bietet DMG MORI Lösungen, die passende Antworten auf die Herausforderungen des Energiesektors geben. Der Werkzeugmaschinenhersteller begleitet die Entwicklungen der Branche seit vielen Jahrzehnten und unterstützt sie immer wieder mit innovativeren Fertigungsprozessen. Mit dieser Erfahrung blickt DMG MORI auch in die gemeinsame Zukunft. Prozessintegration, Automation, Digitalisierung und der Trend zu einer nachhaltigeren Produktion – sowohl von Komponenten als auch von Energie – sind zentrale Themen der Machining Transformation (MX). Die konsequente Ausrichtung von Fertigungslösungen entlang dieses Konzepts sichert Unternehmen eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit und macht DMG MORI zu einem starken Partner für eine Energiebranche im Wandel.